Vermeiden Sie das SEO-Spamming aus den Kindertagen des Web – Teil 1: Seiteninhalt

29 Dezember, 2014

Digital Marketing Tansy OBryant Von Tansy OBryant

Viele Betreiber von Websites haben mir in der letzten Zeit begeistert geschildert, wie man den Inhalt auf einer Seite für den Leser unsichtbar machen kann: Weißer Text auf weißem Hintergrund.

Verborgener Text ist eine alte Spam-Taktik aus den Kindertagen des Web. Diese SEO-Taktik wurde erstmals von sogenannten Black-Hat-Hackern verwendet, um Suchmaschinen (und das menschliche Publikum) zu überlisten. Google hat vor etwa 12 Jahren darauf reagiert und „Penalties“ zur Abstrafung betroffener Seiten eingeführt.

Obwohl ich seit 20 Jahren in dieser Branche arbeite, bin ich immer wieder aufs Neue erstaunt. Viele SEM-Experten sind zwar offenbar mit den aktuellen Spam-Methoden vertraut, aber sie ahnen nicht, dass sie immer noch für die alten SEO-Taktiken aus den Kindertagen des Web abgestraft werden.

Wir aktivieren daher unsere Zeitmaschine und erkunden nun einige der ältesten Black-Hat-Taktiken, die Sie unbedingt vermeiden sollten – um das SEO-Spamming auf Ihren Webseiten auszuschließen.

Verborgener Inhalt

Weißer Text auf weißem Hintergrund:

Nach Ansicht von Google handelt es sich um Spam, wenn die Textfarbe mit der Hintergrundfarbe identisch oder nahezu identisch ist. Dies führt in Google-Ergebnislisten zur Abwertung von Seiten, die verborgene Inhalte oder auch nur Links enthalten, die auf Seiten mit verborgenen Inhalten verweisen.

Der verborgene Text ist im HTML-Quellcode einer Seite enthalten und dort für Suchmaschinen sichtbar – aber unsichtbar für den Leser der Seite. Dies verstößt gegen eine Grundregel der Google-Optimierung: Für den Benutzer muss exakt derselbe Inhalt angezeigt werden wie für Google.

Inhaltsmenge

Google bestraft Seiten mit zu viel oder zu wenig Inhalt. Sorgen Sie auf Ihren Webseiten daher für eine ausgewogene Inhaltsmenge.

Online-Händler verwenden pro Kategorie oft eine Seite, die zehn oder mehr Produktzeilen umfassen kann, gefolgt von einem Absatz mit dem eigentlichen Inhalt am Seitenende. Ungeachtet der Tatsache, dass dieser Inhalt in der Regel äußerst informativ ist, wird er von Suchmaschinen als geringwertig eingestuft.

Alle Inhalte jenseits einer Grenze von 600 Pixeln werden von Google drastisch abgewertet. Google bevorzugt Seiten mit einer Länge von nicht mehr als 1.800 bis 2.400 Pixeln. Positionieren Sie daher den Inhalt auf jeder Seite möglichst weit oben links und beschränken Sie den Text auf 300 bis 1.200 Zeichen, damit die Grenze von 600 Pixeln nicht überschritten wird. Platzieren Sie oben am Kopf einer Seite möglichst wenig Bilder oder Werbeanzeigen und verzichten Sie darauf, Text in Bilder einzubetten.

Websites mit vielen Inhalten setzen vermehrt auf „Infinite Scrolling“ (wie Polyvore) statt auf eine Paginierung. Unendlich scrollende Websites ermöglichen zwar ein dynamisches Benutzererlebnis, aber Suchmaschinen indizieren im Gegenzug eine hohe Seitenzahl.

Völlig unoriginelle Inhalte

Unoriginelle Inhalte sind in der Regel duplizierte Inhalte, sehr ähnliche Inhalte oder Plagiate. Einige Beispiele:

Duplizieren des Herstellers

Für die organische Google-Suche müssen auf einer Webseite auch tatsächlich Inhalte vorhanden sein. Ein beliebiger Inhalt ist dabei aber nicht gut genug – die Inhalte müssen auch originell sein. Das stellt eine hohe Hürde für Online-Händler dar, die Tausende von Produkten im Angebot haben.

Ein Händler kann zum Beispiel die Produktbeschreibung direkt aus dem Feed des Herstellers übernehmen. Wenn aber Hunderte von Online-Händlern dies ebenfalls tun, wird die Produktbeschreibung immer weiter über das gesamte Internet hinweg dupliziert. Jeder Inhalt wird schnell unoriginell, wenn er immer wieder und wieder verwendet wird. Allein dieser Aspekt zwingt viele Online-Händler zum Schalten von kostenpflichtigen Werbeanzeigen, um überhaupt in den Suchergebnislisten von Google vertreten zu sein.

Sie können das Problem aber auch umgehen, indem Sie eigene Produktbeschreibungen für Ihre 20 wichtigsten Produkte verfassen. Es kann auch hilfreich sein, Erfahrungsberichte von Kunden hinzuzufügen. Achten Sie in diesem Fall darauf, dass alle Kundenkommentare innerhalb der Grenzen des HTML-Codes angezeigt werden.

Duplizieren eigener Texte

Viele Online-Händler sind zugleich auch Hersteller der Produkte und verfassen daher eigene Produktbeschreibungen. Beim Texten werden aus Zeitgründen gerne vorhandene Inhalte dupliziert.

Wenn zum Beispiel ein Hemd aus Baumwolle sowohl mit der Fadenzahl 150 als auch mit der Fadenzahl 300 angeboten wird, können Sie für die Produktbeschreibung den gleichen Text verwenden und nur die Fadenzahl ändern. Im Suchergebnis von Google wird dann eines der beiden Produkte für „Organic Listing“ ausgewählt – keine gute Lösung. Um als Originalinhalt eingestuft zu werden, reicht es nicht aus, einfach die Fadenstärke von 150 in 300 zu ändern.

Beim Wiederverwenden vorhandener Textbausteine werden die ursprünglichen Inhalte immer wieder dupliziert. Wenn Sie für Pressemitteilungen, Produktbeschreibungen und andere Online-Kategorien jedes Mal den gleichen Absatz mit identischer Formulierung verwenden, wird der Text in den Suchergebnissen früher oder später als duplizierter Inhalt abgestraft.

Im Marketing gilt die Devise: „Tell them, tell them and then tell them again“ – zur Ankündigung, Mitteilung und Wiederholung ein und derselben Botschaft. Google findet es dagegen besser, wenn Sie das Gleiche nur einmal sagen. Vermeiden Sie daher das Wiederholen identischer Textbausteine auf mehreren Webseiten und fassen Sie die entsprechenden Informationen stattdessen in einer übergeordneten Seite zusammen.

Duplizieren Ihrer Texte durch Geschäftspartner, Nachrichtenseiten und Blogs

Sogar Online-Händlern, die ihre eigenen Produktschreibungen selbst verfassen, kann es passieren, dass sie für diesen Aufwand von den Suchmaschinen nicht belohnt werden. Schuld daran sind die Datenfeeds. Jede Produktbeschreibung im Datenfeed ist einzigartig, aber sie wird über mehrere Kanäle verbreitet, zum Beispiel durch Amazon, eBay, Affiliate-Netzwerke und Blogs.

Es ist keine gute Lösung, alle Inhalte extern erstellen zu lassen. Gliedern Sie die Produktbeschreibungen in Ihrer Web-Datenbank in mindestens zwei Teile auf: Kurzbeschreibungen und ausführliche Beschreibungen.

Verwenden Sie die Kurzbeschreibungen in Ihrem Feed für Geschäftspartner oder andere Marktplätze und reservieren Sie die ausführlichen Beschreibungen exklusiv nur zur Verwendung auf Ihrer eigenen Website. Vereinbaren Sie mit Ihren Geschäftspartnern, immer nur die Texte aus den bereitgestellten Datenfeeds zu verwenden. Weisen Sie explizit darauf hin, dass das Kopieren und Übernehmen der Texte von Ihrer Website unerwünscht ist. Sofern einzelne Blogger oder Geschäftspartner dennoch die ausführlichen Beschreibungen verwenden, sollten Sie die Zusammenarbeit mit diesen Partnern beenden.

Brückenseiten und Cloaking

Brückenseiten, auch Doorway- oder Cloaking-Seiten genannt, dienen zur Verbesserung der Rangordnung in Suchmaschinen und fungieren als verhüllende Zwischenseiten, die nur kurz geladen werden, um den Benutzer dann sofort auf andere Seiten weiterzuleiten. Der Inhalt dieser Seiten wird in der Regel automatisch generiert und besteht aus einer Anhäufung von kontextrelevanten Keywords ohne jeden Sinnzusammenhang. Der Inhalt ist zwar „originell“, aber er verstößt gegen alle semantischen Algorithmen, die von Suchmaschinen verwendet werden, um die Lesbarkeit von Texten zu bewerten.

Google, Bing und Yahoo können diese Seiten leicht erkennen und alle Websites mit solchen Seiten vollständig aus dem Index entfernen.

Die Abstrafung aller Spam-Inhalte erledigt normalerweise der Panda-Algorithmus von Google. Wenn Ihre Website von einem „Panda-Penalty“ betroffen ist, macht sich dies durch einen abrupten Rückgang der Seitenaufrufe bemerkbar.

Gibt es keine andere Lösung?

Es hilft in der Regel wenig, potenzielle Spam-Inhalte mit einer einfachen robots.txt-Datei zu blockieren. Die schädlichen Inhalte müssen entfernt werden, bevor der Datenverkehr wiederhergestellt wird. Der Panda-Algorithmus wird regelmäßig aktualisiert und die Abstrafung kann normalerweise innerhalb von 90 Tagen aufgehoben werden.

Die beste Lösung ist, einen professionellen Produktmarketing-Texter für das Verfassen Ihrer Inhalte einzustellen.

 

Besuchen Sie uns bald wieder und verpassen Sie nicht den zweiten Teil unserer Reihe. Nächste Woche beschäftigen wir uns mit Hyperlinks und zeigen Ihnen, was Sie beim Verlinken von Webseiten beachten müssen, um das SEO-Spamming aus den Kindertagen des Web zu vermeiden.

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