ePrivacy und Cookie Policy: Folgen für den E-Commerce

17 März, 2020

Digital Marketing Chrissula Vacharakis Von Lili Marocsik

Der viel gefürchteten ePrivacy Bestimmung des europäischen Gerichtshofs, deren Start für Dezember 2019 angedacht war, konnten wir erst einmal entkommen. Die EU Staaten konnten sich zu selbst grundlegenden Fragen nicht einigen.

Der kleine Bruder, der in Form einer Cookie Policy, 2 Monate vorher verabschiedet wurde, hat es für Digital Marketer trotz allem in sich:
Das höchste EU-Gericht hat entschieden, dass Besucher einer Homepage bewusst ihre Einwilligung geben müssen, wenn sie mit der Ablage eines Cookies auf ihrem Browser einverstanden sind. T3N berichtet darüber, hier geht’s zum Artikel.

Welche Folgen kann bzw. wird diese Entscheidung für die E-Commerce Welt haben? Müssen wir jetzt alternative Pfade zum Kunden finden?
Denn viele Bereiche unserer Arbeit, der Online Werbung, basieren auf eben diesen Cookies.

Wieso brauchen wir Cookies überhaupt?

Cookies helfen uns Online Marketern in zwei Bereichen:

● Erfolge durch Conversion Tracking zu messen
● Besucher erneut durch Remarketing anzusprechen

Beim Conversion Tracking wird ein Cookie beim Klicken auf eine Anzeige im Browser des Besuchers abgelegt. Im Falle eines Einkaufs (einer Conversion) können wir diesen so mit der vorher geklickten Anzeige in Verbindung setzen. Google Ads Accounts werden hauptsächlich auf Grundlage der Daten der Conversions optimiert.

Dürfen Cookies nicht mehr einfach ohne Einverständnis abgelegt werden, so werden uns in Zukunft viel weniger Daten zur Verfügung stehen, um eben diese Optimierung vorzunehmen.

In zweiter Linie helfen uns Cookies durch Remarketing den Weg zu potentiellen Kunden (wenn sie denn schon einmal auf unserer Homepage waren) wieder zu finden.
Wie das Cookie-Monster, das überall seine Krümmel hinterlässt, tut es auch der gewöhnliche Internetnutzer. Wir als Marketer fegen die Krümel auf und legen sie in raffinierte Remarketinglisten an, die nach Verhalten der Nutzer segmentiert sind. Diese Gruppen sprechen wir mit zugeschnittenen Angeboten/Konzepten durch z.B. Display oder Youtube Anzeigen wieder an.

Unsere cleveren Listen werden mit der neuen Bestimmung deutlich schrumpfen, die Werbung wird für den Kunden dadurch weniger relevant und attraktiv.

Natürlich verstehen wir die Sorgen der Verbraucher, die diese personalisierte Werbung teilweise als unheimlich empfinden. Auch wenn die Informationen, die wir sammeln nie personenbezogen sind, sind die Bedenken berechtigt.

Wir Marketer sind Privatmenschen und können nicht in die Zukunft sehen und abschätzen, wie sich eine heute fehlende Vorsicht entwickeln könnte.

Wir wären nicht ChannelAdvisor, wenn wir uns nicht schon nach Alternativen umsehen würden, anstatt den Kopf in den Krümelsand zu stecken. Eine vielversprechende neue Technologie gibt Zuversicht:

T3n digital pioneers schreibt:

“Eine Möglichkeit, Werbung ohne den Einsatz von Cookies an passende Zielgruppen auszuspielen, ist das semantische Targeting. Damit können Website-Betreiber Anzeigen mithilfe von zuvor festgelegten Keywords gezielt in einem werberelevanten Umfeld platzieren. Und das in dem Moment, in dem der Nutzer sich mit dem entsprechenden Thema beschäftigt. Auf das Speichern personenbezogener Daten wird komplett verzichtet.”

Solche Nachrichten lassen uns hoffen. Denn es ist ja nicht so, dass das Gesetz zu weniger Werbung führen wird, weiterhin werden wir den Weg zu unserer Zielgruppe suchen. Durch die Cookie Bestimmungen werden die Anzeigen nur weniger relevant für jeden Einzelnen und das ist schade, denn damit steigt auch der Nerv-Faktor.

Es wird sich also sicherlich noch vieles tun im Bereich E-Commerce und somit im online Marketing. Wir können damit rechnen, dass neue Gesetze mit immer wieder neuen Technologien beantwortet werden. Wenn das so ermöglicht werden kann, dass die Privatsphäre aller gewahrt wird, soll es uns Werbetreibenden und als Privatmenschen absolut recht sein.

Sprechen Sie mit einem ExpertenUm einen Anruf bitten