Best of Catalyst Europe 2017: die wichtigsten Erkenntnisse der #CatalystEU

Das war’s! Kaum zu glauben, dass die Catalyst Europe 2017 schon wieder vorbei ist. Auch in diesem Jahr hatten wir wieder eine unglaublich spannende und erhellende Zeit – mit tollen Rednern, Panel-Teilnehmern, Sponsoren und Gästen. Bei den Keynote-Sessions ging es richtig zur Sache. Expert*innen wie Mary Portas, Julie Dean und Unternehmen wie Google präsentierten die neuesten Entwicklungen und Strategien im E-Commerce. Falls Sie es dieses Jahr nicht auf die restlos ausverkaufte Konferenz geschafft haben, finden Sie an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse.

Wie immer beeindruckend: Die Catalyst-Eröffnungskeynote von CEO David Spitz

Den Anfang machte natürlich David Spitz, CEO von ChannelAdvisor, höchstpersönlich. Er umriss in seiner Keynote-Präsentation die jüngsten, rasanten Entwicklungen der E-Commerce-Landschaft. Dabei durften einige äußerst interessante Ansichten und Zahlen nicht fehlen.

Wussten Sie, dass der globale E-Commerce 2020 rund 4 Billionen USD schwer sein wird? Dabei ist China ganz klar der Platzhirsch. Es wird erwartet, dass China als erstes Land die 1-Billionen-USD-Marke beim Handelsumsatz knacken wird. Aber auch andere Länder legen kräftig zu. Indien etwa wird für die nächsten Jahre ein Wachstum von 30 % prophezeit. Fünf Punkte waren für David im E-Commerce wichtig:

  • Das E-Commerce-Wachstum wird sich höchstwahrscheinlich nicht verlangsamen
  • Die Disruption durch den Mobilsektor geht weiter
  • Amazon wird weiter wachsen (schon jetzt entfallen z. B. 27 % des E-Commerce in Großbritannien auf den Marktplatz)
  • Marken müssen sich weiterentwickeln
  • In Sachen Logistik bleibt die Lieferung innerhalb eines Tages die Norm

Julie Deane und die unglaubliche Geschichte von The Cambridge Satchel Company

Auf David Spitz folgte Julie Deane, ihres Zeichens Gründerin und Geschäftsführerin von The Cambridge Satchel Company. Mit nur 600 Pfund Startkapital zog Deane den mittlerweile führenden Handtaschenhändler in Großbritannien hoch! Wie sie das geschafft hat? Wie Julie auf der Catalyst freimütig bekannte, hatte sie anfangs keinen Plan. Aber sie war hartnäckig (wenn nicht gar besessen), traute sich, anders zu sein und nutzte stets alle verfügbaren und günstigen Ressourcen. So erstellte sie z. B. das Unternehmenslogo mit Microsoft Office Clip Art! Und Julie war bereit, aus Fehlern zu lernen. Wenn das kein Unternehmertum ist! Aber Julie Deane hatte auch handfeste Tipps für die Besucher der Catalyst. So betonte sie, wie wichtig es ist, absolut wasserdichte Verträge mit Lieferanten zu schließen. Interessant auch, dass Julie ausschließlich kostenlose Publicity nutzt. Sie hat noch nie jemanden dafür bezahlt, ihre Taschen zu tragen! Nicht zuletzt deshalb ist Julies Geschichte einfach inspirierend.

Gemütliches Kamingespräch mit Mary Portas und Adam Joseph

Die als Retail-Expertin und aus dem TV bekannte Mary Portas traf sich mit Adam Joseph von ChannelAdvisor zum Kamingespräch. Erwartungsgemäß hatte Portas einige starke Ansichten, was die aktuellen Entwicklungen im Handel betrifft. Eine der wichtigsten: Händler sollten wieder anfangen, Kunden in Ladengeschäfte zu locken – und ein besonderes Einkaufserlebnis bieten. Selfridges sei dafür ein herausragendes Beispiel. Die britische Kaufhauskette ist mittlerweile für ihren kreativen Ansatz bekannt und bietet in ihren Häusern Vorträge von Gastrednern, eine Bar und einen Ruheraum. Für Portas dreht sich im Handel heute alles um Raum, sinnliches Erleben und Service. Haupteinkaufsstraßen müssen ihrer Meinung nach zu sozialen Knotenpunkten werden. Und welche Trends werden wohl in Zukunft auf uns zu kommen? Wenn es nach Mary geht, gehören Wearables zumindest nicht dazu.

Denkanstöße beim Marktplätze-Panel

Wenn Top-Führungskräfte von Newegg, Fruugo, SKU Cloud, Wish, Tophatter und eBay zusammentreffen, stehen die Chancen auf erkenntnisreiche Gespräche naturgemäß gut – so auch dieses Jahr auf der Bühne der Catalyst Europe. Unter der Moderation von Hakan Thyr (dem Director of Strategic Partnerships bei ChannelAdvisor) wurden die ganz heißen Marktplatz-Themen angefasst: mobiles Onlineshopping, Wettbewerb und das Matching von Produkten und Kunden. James Storie-Pugh von Newegg brachte es auf den Punkt: Verbraucher haben heute begriffen, dass sie eine große Produktauswahl, Möglichkeiten zum Preisvergleich und vertrauenswürdige Marktplätze immer häufiger an ein und demselben Ort finden. Und das natürlich, sozusagen als Sahnehäubchen, zu hervorragenden Lieferkonditionen. Wir möchten uns nochmal ganz herzlich bei den Panel-Teilnehmern bedanken, die auch eine große Frage nicht unbeantwortet ließen: Sind neu aufstrebende Marktplätze eine Bedrohung? Laut unseren Experten sind sie das. Aber gleichzeitig eben auch eine Chance!

Was passiert als nächstes bei Google Shopping? Google gibt Auskunft!

Tim Woollias, leitender Branchenspezialist bei Google, machte es gleich zu Beginn seiner Keynote ganz deutlich: Der Fokus von Google gilt heute zuallererst dem Mobile-Sektor. Seinen Prognosen zufolge werden im Jahr 2020 stolze 82 % des gesamten Onlinehandels in Großbritannien über Smartphones abgewickelt werden. Händler müssen sich etwas einfallen lassen, um im richtigen Momenten bei potenziellen Kunden sichtbar zu werden und mit diesen zu interagieren. Dazu gehört für Tim nicht zuletzt die intelligente Nutzung von Daten. Bei der Analyse der Store-Besuche stellte IKEA z. B. fest, dass 10 % der Anzeigen-Klicks auch zu einem solchen führten. OK, Google … und worauf kommt es noch an? Für Tim Woollias ist die Antwort klar: Tempo! Konkret sollten Händler sich beeilen, Technologien wie Progressive Web Apps oder Accelerated Mobile Apps zu nutzen, um die User Experience zu beschleunigen. Für Michael Wicks, Leiter von Google Shopping UK, ist es zudem unverzichtbar, das Marketing in Einklang mit den weiter gefassten Unternehmenszielen auszurichten. Für eine intelligentere Gebotsoptimierung empfahl er Händlern zudem, kommerzielle Daten mit in die Produktdatenfeeds einfließen zu lassen.

Einfach zum Staunen: Natalie Berg zeigte, wie stark sich der Handel schon verändert hat

Natalie Berg arbeitet als Retail Insights Director bei Planet Retail. In ihrer Keynote zeigte sie, wie sich die Handelslandschaft und mit ihr die Customer Journey verändert hat. Natalie erklärte, dass Verbraucher heute einen komfortablen, reibungslosen Einkauf erwarten. Die Händler seien aufgefordert, hier neue Wege zu beschreiten. Denkbar wäre der Einsatz von Sprachtechnologie und Chatbots. Als heiliger Gral aber gilt das Auto-Replenishment – die zuverlässige Nachfrageprognose für einzelne Haushalte. Und: nach dem Showrooming kommt jetzt das Webrooming! Immer mehr europäische Unternehmen setzen daher wieder verstärkt auf aufwändig gestaltete Ladengeschäfte.

World First ist sicher: Es wird Zeit für reibungslose Finanztransaktionen

Jonathan Quin, CEO und Mitgründer unseres Diamond-Sponsors World First, nutzte den Nachmittag der Catalyst Europe 2017, um über das Thema „Frictionless Finance“ zu sprechen. Für Quin steht fest, dass die Finanzbranche neue Wege beschreiten muss, um Zahlungsabwicklungen im internationalen Handel zu vereinfachen. Derzeit seien diese noch unnötig komplex. Für effizientere internationale Finanztransaktionen im E-Commerce müsse, so Quin, jeder einzelne Aspekt – Systeme und Prozesse, Marktplätze, Anbindungen, Versand, E-Commerce-Shop-Software etc., berücksichtigt werden. Erfahren Sie in den kommenden Wochen mehr über die Pläne und das Geschäftsmodell von World First!

Zum Abschluss: Mark Andeer zeigt, was Händler mit starker Medienarbeit erreichen können

Marketing-Guru und CMO von Escape Pod Mark Andeer brachte die Catalyst Europe 2017 mit einer furiosen Keynote zu einem würdigen Abschluss. Für ihn geht es bei der Kommunikation des Markenversprechens vor allem darum, Verbraucher emotional zu erreichen. Oder wie er es ausdrückt: Fakten führen zu Schlussfolgerungen, aber Emotionen führen zu Handlungen. Marken sollten ihre Zielgruppen deshalb genau kennenlernen – und mit einem möglichst dramatischen Auftreten eine tiefere emotionale Bindung herstellen. Emotional gebundene Verbraucher sind, so Mark, etwa 52 % mehr wert als „normale“ Kunden: Sie kaufen mehr, achten weniger auf den Preis, lassen sich gerne beraten und erzählen anderen von der Marke.

Und sonst?

Wir hoffen, diese kurze Zusammenfassung hat Ihr Interesse geweckt – denn selbstverständlich gibt es noch viel mehr von der Catalyst Europe 2017 zu erzählen. In den kommenden Wochen wird es hier im Blog weitere Artikel über die Konferenz geben. Zugleich dürften die aktuellen Erkenntnisse ein guter Appetitanreger für die Catalyst 2018 sein. An dieser Stelle bleibt uns nur, uns noch einmal bei unseren starken Sponsoren World First, Tophatter, eBay for Business, Frooition, Meridian, SKU Cloud, Payoneer, Wish, Fruugo, Connexity, Newegg, GFS, Royal Mail und Route Genie sowie allen Vortragenden zu bedanken. Nur dank ihnen konnte die Catalyst erneut ein solch erfolgreiches Event werden. Ganz besonders sei hier auch unseren Medienpartnern Tamebay und Internet Retailing gedankt. Schauen Sie bald wieder im Blog und auf unseren Social-Media-Sites vorbei, um mehr über die #CatalystEU zu erfahren!

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